Mit Qualifikation und Wertschätzung Fachkräfte fürs Handwerk gewinnen

Mit Qualifikation und Wertschätzung Fachkräfte fürs Handwerk gewinnen


Gruppenfoto der Referenten des HWK Personaltags 2017

Handwerkskammerpräsident Hans Hund begrüßte Impulsredner Prof. Dr. Olaf Arlinghaus (v.l.), Referenten aus Beispielbetrieben des Handwerks (v.r.) und zahlreiche Gäste auf dem Personaltag

23. März 2017 | Unternehmen teilten ihre Erfahrungen auf dem Personaltag der Kammer. Der Fachkräftebedarf brennt dem Handwerk unter den Nägeln – das zeigte der Personaltag der Handwerkskammer Münster am Mittwoch (22. März), bei dem sich 220 Unternehmer und Führungskräfte aus rund 200 Handwerksbetrieben im Bildungszentrum (HBZ) der Kammer über Möglichkeiten der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern informierten.

„Der Mangel an Fach- und Führungskräften gilt bei vielen Unternehmen als die größte Wachstumsbremse“, unterstrich Präsident Hans Hund. Die Handwerkskammer lege deshalb in diesem Jahr den Schwerpunkt zahlreicher Aktivitäten und Veranstaltungen auf Personalthemen.

Hans Hund betonte, dass die Ausbildung die Basis der Fachkräftegewinnung sei. Garant für das Funktionieren des Ausbildungssystems sei der Meisterbrief. Ein klares Bekenntnis zum Meisterbrief sei die Voraussetzung für die Sicherung der Fachkräftequalifikation. Ohne Meister im Betrieb werde erheblich weniger – oder auch gar nicht – ausgebildet und die Betriebe verschwänden deutlich schneller wieder von der Bildfläche.

Aus seiner eigenen Erfahrung als Unternehmer berichtete Hans Hund: „Mitarbeiterbindung ist das Ergebnis einer sichtbar zufriedeneren, höher motivierten, kooperativen, innovativeren und gesünderen Belegschaft.“ Das wirke sich auch auf den unternehmerischen Erfolg des Betriebs aus.

Professor Olaf Arlinghaus von der FH Münster zeigte auf: „Handwerksunternehmen, die es auch heute schaffen, Mitarbeiter zu finden, an sich zu binden und für den Beruf zu begeistern, sind die ultimativen Gewinner der Zukunft!“ Voraussetzung für erfolgreiche Unternehmen sei die Bereitschaft zu einem permanenten Veränderungsmanagement. Der Wissenschaftler riet Handwerksbetrieben, im demografischen Wandel ihre Rekrutierung auf neue Arbeitnehmergruppen auszuweiten, etwa auf Migranten, Frauen, Behinderte und die Generation 50plus.

Zu Arlinghaus‘ Empfehlungen für einen gelungenen Brückenschlag zwischen den Generationen gehörten beispielsweise die Akzeptanz von Andersartigkeit, Verantwortung für gute Beziehungen, Aufmerksamkeit für Erwartungen und die Wertschätzung aller Mitarbeiter.

Beispielunternehmen aus dem Kammerbezirk Münster gaben den Teilnehmenden am Personaltag in zwölf Foren Praxistipps. Annabell Tenbrink von Tenbrink Ladeneinrichtungen in Stadtlohn zeigte auf: „Das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber in der Region zu präsentieren ist wichtig, um von potenziellen Mitarbeitern wahrgenommenen zu werden und die vorhandenen zu binden.“ Dabei gehe ihre Tischlerei noch einen Schritt weiter und wolle auch die Familien der Mitarbeiter als attraktiven Arbeitgeber überzeugen.

Ralf Plogmann, Ausbilder des Münsteraner Betriebs Elektro Heikes, erklärte seine Erfolgsquote bei der Lehrlingsausbildung: „Entscheidend ist unser gesunder Menschenverstand in den persönlichen Vorstellungsgesprächen mit den Bewerbern. Bei Minderjährigen laden wir auch die Eltern ein.“

Weitere Stimmen kamen von Metallbauunternehmer Ralf Miethe (dkon systeme in Lengerich): „Mein Führungsstil ist geprägt vom Respekt und der Anerkennung der Arbeit meiner Beschäftigten“, und Elektroinstallateurmeister Jörg Ammann (Ammann & Rottkord in Telgte): „Bei uns spielt eine gute Kommunikation eine sehr große Rolle. Dadurch sind alle Beschäftigten mit den für sie wichtigen Informationen versorgt.“

Die Bedeutung von beruflicher Weiterbildung hob Alexa Behrens vom HBZ hervor: „Weiterbildung stärkt die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit eines Betriebs und trägt zur Bindung von Mitarbeitern bei.“

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